Demenzprojekt Salzburg
Was ist Demenz?
- Demenz ist der Überbegriff für eine Reihe von Erkrankungen, die das Denken, Erleben und Verhalten von Betroffenen verändern. Die Alzheimer Krankheit ist dabei mit ca. 60% die häufigste Form. Die Alzheimer Demenz (AD) gehört somit zu den neurodegenerativen Erkrankungen des Gehirns, das heißt, Nervenzellen gehen unwiederbringlich verloren.
- In Österreich leiden ca. 100.000 Menschen an einer dementiellen Erkrankung. Bis zum Jahre 2050 wird die Anzahl auf 270.000 ansteigen, vor allem weil unsere Lebenserwartung zunimmt und Demenzen typische Alterserkrankungen sind.
- Erste Symptome einer AD sind zunehmende Vergesslichkeit vor allem kurz zurückliegender Ereignisse, eine zunehmende Unfähigkeit auch nur Kleinigkeiten neu zu erlernen und Probleme bei der Wortfindung. Die Betroffenen ziehen sich zurück, vernachlässigen oft Tätigkeiten, denen sie früher gerne nachgegangen sind oder vermeiden größere gesellschaftliche Zusammenkünfte. Mit dem Fortschreiten der Krankheit fällt es immer schwerer alltägliche Handlungen, wie Autofahren, Kochen u.ä. adäquat zu planen und durchzuführen; zeitliche und örtliche Desorientiertheit nehmen zu, die Sätze werden kürzer, die Grammatik wird fehlerhaft.
- Das Verhalten der Betroffenen verändert sich, Angst, Misstrauen, Umherwandern erschweren das Zusammenleben. Trotz zunehmenden Nachlassens der geistigen Fähigkeiten bleibt die Gefühlswelt der Kranken intakt, Respekt und Würde im Umgang sind daher wichtig.
- Der Verlauf einer Demenz kann durch entsprechende Medikamente und eine aktiven Lebenswandel (geistige Anregung, Bewegung, soziale Kontakte) positiv beeinflusst werden. Es findet zwar keine Heilung, aber eine Verzögerung statt. Wichtig sind eine möglichst frühzeitige Diagnose und damit ein rechtzeitiger Behandlungsbeginn. Zuständig dafür sind entsprechende Fachärzte (Neurologie, Psychiatrie), auf Demenz spezialisierte klinische Psychologen oder die Gedächtnisambulanz der Christian Doppler Klinik in Salzburg.
- Die Hauptlast der Betreuung dementer Menschen wird in unserer Gesellschaft von Angehörigen getragen, 80% werden zu Hause gepflegt. Um den Kranken verlässlich zu begleiten, sollten rechtzeitig Unterstützung und Hilfsangebote in Anspruch genommen werden und auch die Übersiedelung in ein adäquates Pflegeheim nicht ausgeschlossen werden. – Die Wahrnehmung eigener Bedürfnisse und das Achten auf die eigene Gesundheit sollten gestärkt werden („Nur gesunde Angehörige sind gute Angehörige“)
ZIELE des Demenzprojekts 2011/2012:
- Verbesserung der Wahrnehmung und der Aufmerksamkeit (Informationskampagnen) für das Entstehen dementieller Erkrankungen auf drei Ebenen (breite Öffentlichkeit, Betroffene / Angehörige und Experten aus den Gesundheits- und Sozialberufen), Enttabuisierung und Aufklärung: Filmvorführung „Ilse wo bist du“ mit Podiumsdiskussion: am 3.05. im Stadtkino Hallein und 24.05. in Abtenau
- Vernetzung der betroffenen Institutionen und Mitarbeiter, Angebot fachspezifischer Fortbildungen.
- Demenztag 2011: „Schmerz und Demenz“ am 24.06. in Kuchl
- Unterstützung der pflegenden / betreuenden Angehörigen und Verhinderung von psychischen Erkrankungen (z.B.: Burnout-Syndrom).
- Selbsthilfegruppen „Diagnose Demenz“ für Betroffene und deren Angehörige jeden letzten Montag im Monat in Kuchl.
- Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige in Abtenau
- Interdisziplinäre Angehörigenschulung geplant Ende 2011/Anfang 2012
- Evaluation und Qualitätssicherung der durchgeführten Interventionen
Projektteam:
- Brigitte Buchacher, LAUBE
- Mag. Barbara Holzner, Salzburger Bildungswerk
- Dr. Helga Schloffer, Klinische und Gesundheitspsychologin, Gesundheitsnetzwerk
- Prim. Dr. Olaf Rossiwall, Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Emco Klinik
Eine Kooperation der LAUBE mit dem SALZBURGER BILDUNGSWERK und dem Gesundheitsnetzwerk Tennengau
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